Foto: Roland Baege

Abstract:

Das große Potenzial von Museen ist es, Gegebenheiten, die es eigentlich nicht gibt, denken zu können und sie somit zu einer potentiellen Realität werden zu lassen. Künstlerische Werke, beschreiben Welten, die es in dieser Form zuvor nicht gab. Die Exponate stehen für einen multiperspektivischen Blick auf die Wirklichkeit. Diversität von Zugängen und in der Auslegung von Welt ist das „Kerngeschäft der Kunst“ und damit ihrer Ausstellungsräume. Sie stehen vor diesem Hintergrund für den sichtbaren Perspektivwechsel. Mit diesem Potenzial gilt es zu arbeiten. Museen können über ihren Inhalt wieder in ein stärkeres soziales Miteinander mit der Gesellschaft kommen, wenn sie ihren Fokus auf diese Perspektivenvielfalt und damit einhergehende Empathie(-fähigkeit) setzen. Es existiert ein natürlicher Ansatzpunkt, um das Gegenüber aktiv einzubinden: „Was ist Deine Perspektive?“, „Wie kann ich sie für andere sichtbar machen?“ Solche Perspektiven gleichberechtigt neben die Kunstwerke stellen zu können und auf diese Weise soziale Kunsträume, bestenfalls „soziale Kraftwerke“ zu schaffen, ist das Privileg und Potential von Museen.

Das erfordert einen ganzheitlichen Wandel in der „DNA“ von Museen und ist ein komplexer Prozess. Der Mut zum Experimentieren und zum Scheitern kann dabei der Startpunkt sein. Veränderungsprozesse gleichen einem Muskel: Wird dieser häufig trainiert, bleibt er beweglich; ist dies nicht der Fall, folgt am nächsten Tag der „Kater“. Irgendwann muss begonnen werden und angesichts der Metatrends und globalen Herausforderungen – wie etwa der Digitale Wandel, aktuelle Migrationsbewegungen und demografische und politische Entwicklungen – lautet die Frage lediglich, wann.

Partizipation als Organisationsmodell kann dabei als eine Methode für gelungene Veränderungsprozesse dienen. Als Beispiele werden verschieden Ausstellungen und Programme des Dortmunder U vorgestellt. 

Vita:

Jasmin Vogel (*1981) Studium der Geschichtswissenschaften und Amerikanistik/ Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum. Berufbegleitendes Studium in Kultur- und Medienmanagement  am KMM in Hamburg. Seit 2012 verantwortet Jasmin Vogel den Marketingbereich im Dortmunder U. In diesem Rahmen hat sie u.a. folgende Projekte konzeptioniert und geplant: »Innovative Citizen – Festival für urbane Fertigkeiten« (2014-heute), Sommer am U – Festival für zeitgenössische Kultur (2014- bis heute), »smARTplaces – Ein europäisches Audience Development Projekt« (EU-Projekt, seit 2013). Preise und Auszeichnungen: Europäische Kulturmarke des Jahres 2016, German Brand Award für exzellente Markenführung 2016. Schwerpunkte: Strategienentwicklung und -implementierung, Vision Development, strategische Partnerschaften, Projektentwicklung.